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Aus vielen Gesprächen mit unseren Mandanten wissen wir, dass es ein großes Thema gibt, bei dem es immer wieder zu zahlreichen Missverständnissen kommt.

Es geht dabei um die Frage, wann und vor allem ab wann gerät man als Anbieter mit einem Reiseangebot unweigerlich in die Kategorie Reiseveranstalter. Je nach dem, wie die Antwort ausfällt, kann dies im Hinblick auf die Haftungsfrage unterschiedliche Konsequenzen haben. Im ungünstigsten Falle kann dies bis hin zur Existenzbedrohung eines touristischen Unternehmens gehen.

Ein Reiseveranstalter zeichnet sich also grundsätzlich dadurch aus, dass er eine „Gesamtheit von Reiseleistungen“ in eigener Verantwortung zu erbringen verspricht. Das ist bereits dann der Fall, wenn mindestens zwei Hauptleistungen in einem Reiseangebot zu einem Leistungspaket verbunden und diese Einzel-Reiseleistungen miteinander verknüpft und zeitlich aufeinander abgestimmt werden. Sie sehen also, dass die Schwelle zur Tätigkeit eines Reiseveranstalters schnell überschritten sein kann.

Erschwerend kommt hinzu, dass die allgemeine Rechtsprechung sehr verbraucherfreundlich argumentiert. Denn maßgeblich für die Beurteilung ist hier die Würdigung der Umstände im Einzelfall aus Sicht des Reisenden: Was sagt der Reiseprospekt, wie lautete die Reiseausschreibung, wurden die Leistungen zu einem Gesamtreisepreis angeboten usw. Bereits der Eindruck des Verbrauchers kann also entscheidend dafür sein, wie ein Reiseangebot schlussendlich im Streitfall bewertet wird. Das haben zahlreiche Gerichtsurteile in der Vergangenheit eindeutig gezeigt.

Wir lassen Sie mit dieser Fragestellung nicht allein. Sprechen Sie uns einfach an. Gerne zeigen wir Ihnen Möglichkeiten auf, wie Sie bei diesem komplexen Thema immer auf der sicheren Seite sind.

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Noch einmal kurz zur Erinnerung: Ein Reiseveranstalter zeichnet sich grundsätzlich dadurch aus, dass er eine „Gesamtheit von Reiseleistungen“ in eigener Verantwortung erbringt, d.h. dass mindestens zwei Hauptleistungen zu einem Leistungs-Paket verbunden sind. Nachfolgend finden sie einige Beispiele für Hauptleistungen, die üblicherweise in Verknüpfung zu einem Leistungspaket angeboten werden:

  • Unterkunft (z.B. Hotel-, Pensions-, Wohnwagen- Zeltübernachtungen);
  • Beförderung zum Urlaubsort (wie z.B. Flug, Bahnfahrt, Schiffsfahrt, Busfahrt, Mietwagen);
  • sonstige Events: Sprachkurse, Sportkurse, Konzertteilnahme, Teilnahme an Veranstaltungen;
  • Beförderung (beispielsweise Flug, Bahn, etc.)
  • Mietwagen
  • Kreuzfahrt mit Aufenthalt und Verpflegung / Segeltörn mit Skipper
  • usw.

Leistungen mit untergeordneter Bedeutung, also so genannte Nebenleistungen können u.a. sein:

  • reine Reiseleitung (ohne Führungen usw.) vor Ort
  • Verpflegung – Achtung: sofern es sich dabei nicht um ein besonderes Event handelt (wie z.B. ein Kochkurs, besonderes Rittermahl, Jagdveranstaltung)
  • Reiseversicherung
  • Unterkunft auf einer Autofähre
  • reine Vermittlung von Ausflügen und Sportangeboten
  • Visabeschaffung
  • Transfer
  • usw.

Ein Leistungspaket liegt dann vor, wenn die einzelnen Reiseleistungen miteinander verknüpft, zeitlich aufeinander abgestimmt und als Gesamtleistung angeboten werden. Aber Vorsicht: Diese wesentlichen Merkmale können auch dann bereits vorliegen, wenn nur eine einzelne Reiseleistung gebucht wird. Entscheidend ist auch hier, ob Sie in Ihrem Angebot beispielsweise die Bereitstellung eines Ferienhauses oder einer Ferienwohnung durch Werbung mittels Katalog/Prospekt und Herausstellung Ihres Namens in eigener Verantwortung übernehmen. In einem solchen Falle tritt der so genannte Leistungsträger, im Beispiel der Eigentümer des Ferienhauses, in den Hintergrund.
Ausnahmen, bei denen nur eine Hauptleistung ausreichen kann, um bereits als Reiseveranstalter zu gelten, sind also die folgenden Beispiele:

  • Ferienwohnung
  • Hausboot
  • Wohnmobil

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